The spirit of Bali & Lonley Islands -

und was ich in den letzten Monaten über mich und das Leben gelernt habe

Jänner 2016

 

Mein Aufenthalt in Bali und Lombok hat mir wieder mal gezeigt, warum ich es so sehr liebe andere Kulturen kennenzulernen und einige Zeit in fremden Ländern zu verbringen. In den letzten Monaten habe ich so vieles erlebt und so vieles gelernt, was ich unbedingt weitergeben und mit euch teilen möchte.

 

Manche Erlebnisse waren einfach nur einzigartig und unvergesslich, andere haben meine Lebenseinstellung und meine Denkensweise stark beeinflusst.

 

Hier einige der prägendsten Momente auf Bali und den Gili Islands:

 

1) Menschen, die nichts haben, sind eher bereit etwas zu geben, als wir, die zu viel haben: Mein erster Tag auf Bali, die Temperaturen von über 30 Grad und das 24 Stunden täglich machten mir etwas zu schaffen. Auf der Suche nach Wasser in der brütenden Hitze, fand ich einen winzig kleinen Lebensmittelladen. Als ich das Wasser bezahlten wollte, stellte sich heraus, dass ich nur große Scheine hatte und der Mann im Laden unglücklicherweise kein Wechselgeld. Logische Konsequenz für den netten kleinen Mann … er schenkte mir das Wasser, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern. Wird mir bestimmt nie in einem Supermarkt zuhause passieren. Was soll man da noch sagen, außer "Karma". Karma bedeutet – wie Handlungen das Leben bestimmen – und spielt in der indonesischen Kultur eine sehr große Rolle. Viele derartige Ereignisse auf Bali und Lombok haben mich darin bestärkt mehr auf mein Karma zu achten und das gibt mir ein sehr gutes Gefühl!

 

Ein weiteres Ereignis hat mich sehr berührt. Ich lag gerade am Strand unter Palmen, genoss mein "Luxusleben" und hatte nichts besseres zu tun als darüber nachzudenken was ich heute Abend essen könnte und ob ich mir ein Glas Wein oder ein Bier gönne. Komplett in Gedanken versunken merkte ich erst nach einiger Zeit, dass sich ein junger Einheimischer neben mich setzte und einfach nur lächelte. Er war gekleidet wie wir im Winter (die Indonesier machen das so) und hatte eine kleine Tasche bei sich. Er lächelte einfach nur und sagte in einem gebrochenen Englisch "swimming and washing", zog sich aus und ging mit der Unterhose ins Meer schwimmen. Als ich ihn so beobachtete wurde mir klar, dass dieser junge Mann nichts hatte, nur das was er trug und die kleine Tasche. Er besaß nicht einnmal eine Schwimmhose, aber trotzdem schwamm und lächelte er, winkte mir zu und rief "fisch, fish". Er war wie ein kleiner Junge und wirkte so glücklich … und das hat mich unglaublich berührt, ich wollte ihn am liebsten einfach nur umarmen. Er lächelte und ich kämpfte mit den Tränen. Denn zu wissen, dass dieser nette junge Mann nichts hatte brach mir das Herz. Ich unterhielt mich kurz mit ihm ... sein Name war Ari und ich bin ihm unglaublich dankbar, dass er in mein Leben getreten ist, denn auch er hat mir etwas wunderschönes geschenkt. Er hat mir gezeigt wie glücklich ich mich eigentlich schätzen kann und was für ein wunderschönes Leben ich habe, für das ich täglich dankbar sein muss … und wie dämlich es eigentlich ist am Strand zu liegen und über das Abendessen nachzudenken. Auch wenn wir uns nicht länger als 15 Minuten in unser beiden so unglaublich verschiedenen Leben begegneten, war es für mich eine sehr emotionale, unvergessliche Begegnung. Danke Ari.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                         

                         Balinesische Öffnungszeiten ;-)                                                                                  Balinesische Bäuerin

 

 

2) The special spirit of Bali: Da ich nicht wirklich ein spiritueller Mensch bin, hat mich ein Ereignis hier besonders berührt und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mein Meditationslehrer Jono hat immer davon gesprochen, dass Bali ein sehr mystischer Ort sei und auf manche Menschen, insbesondere auf sehr sensible Menschen, einen speziellen emotionellen Einfluss ausüben kann. Da ich ja eigentlich schon seit längerer Zeit einen Zugang zur Meditation gefunden habe, hätte ich mir nie gedacht, dass eine Meditation mich so aus der Bahn werfen könnte. Was ich vom ersten Tag auf Bali spürte, war, dass ich mich hier irgendwie anders fühlte. Manchmal hatte ich das Gefühl mich und meine Leben gerade von außen zu beobachten. Aber da ich ja innerhalb von 24 Stunden in eine komplett andere Welt eintauchte, war ich nicht wirklich beunruhigt darüber. Meine erste Meditation mit Jono hat mich aber dann tatsächlich umgeworfen. In einen Zustand totaler Entspannung fing ich plötzlich an zu weinen und ich konnte nicht mehr aufhören. Aber es war kein Weinen wie sonst, es war eine erleichternde Art, so als würde ich etwas loslassen. Ich hatte keine Chance meinen Tränen unter Kontrolle zu bringen. Selbst nach der Meditation weinte ich unaufhörlich weiter. Erst nach einer sehr langen Zeit konnte ich mich wieder fassen und ich fühlte mich trotz der Angst darüber was gerade passiert ist, um so vieles leichter. Ich weiß bis heute nicht was es war, aber ich bin mir sicher, ich musste irgendetwas in meinem Leben loslassen. Ich danke Bali dafür. Ein wunderschönes und lebensprägendes Ereignis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3) Was du auf einer einsamen Insel alles über dich und dein Leben lernen kannst: Ein Leben ohne Autos, Scooter und Hunde …. ja, das gibt es in Lombok auf den Gili Islands. 3 kleine paradiesische Inseln ohne jeglichen Lärm. Als Transportmittel stehen Pferdekutschen - "Cidomos" oder Fahrräder zur Verfügung. Straßen gibt es keine, nur kleine Wege quer durch Palmenwälder. Hier ist Mensch und Natur eins … und hier musste ich mich auch gleich für einige Zeit einquartieren.

Die ersten 10 Tage verbrachte ich auf Gili Trawangan, die wohl lebendigste der 3 Inseln. Dort gibt es auch Bars und coole Reggae music und ich durfte eine wirklich unvergessliche Zeit mit meinen Freunden dort verbringen. Wir tanzten bis in die Morgenstunden zu "Bob Marley" oder "Tonight we are young" und ich fühlte mich wirklich wieder wie Anfang 20. Ich verbrachte die Nacht in einer Schwimmingpool unter Sternen und Palmen, wie in "Tausend und einer Nacht". Ich rauchte zum ersten mal in meinem Leben eine Shisha (eine orientalische Tradition und ein bedeutsamer Teil der arabischen Kultur). Nachdem alle meine Freunde irgendwann abreisen mussten, ich jedoch noch mehr Zeit zur Verfügung hatte und auf der Suche nach NOCH mehr Ruhe war, beschloss ich für drei Nächte auf die ruhigere Nachbarinsel Gili Air zu fahren. Schon mal 3 Tage alleine auf einer kleinen einsamen Inseln verbracht? Ich habe die Herausforderung angenommen und ich muss sagen, es war wirklich nicht einfach. Am ersten Tag, dachte ich mir, oh mein Gott was mach ich hier nur? Am nächsten Tag war mein Handy mein bester Freund. Wem könnte ich schreiben? Mit wem könnte ich whatsappen? Was gibt es neues auf Facebook? Den ganzen Vormittag verbrachte ich damit zu schauen, was andere Menschen in ihrem Leben so machen. So wurde mir zum ersten mal bewusst, wie abhängig wir eigentlich von Freunden, von Kommunikationsmitteln und vor allem davon sind, von anderen unterhalten zu werden. Bereits kurz davor wieder nach Gili Trawangan zurück zu fahren, dachte ich mir, nein, das sind drei Nächte und du schaffst das! Als dann am zweiten Abend ein schreckliches Unwetter die Insel lahm legte und es keinen Strom, kein Internet, kein gar nichts mehr gab – außer meine Angst, wie ich das überleben sollte ;-) – gelang es mir zum ersten mal einfach nur abzuschalten und im Hier und Jetzt zu sein. Ich war genau hier in meinem Leben und nicht im Leben von anderen auf Facebook oder WhatsApp. Und plötzlich war ich innerlich so ruhig wie schon lange nicht mehr. Ich konzentrierte mich auf meine unmittelbare Umgebung und sah so wunderschöne Dinge und das trotz heftigem Regen und Dunkelheit. Ein kleines indonesisches Mädchen tanzte im Regen und lachte ohne Ende, alle Einheimischen kamen zu mir und fragten wie es mir geht, ob ich etwas essen oder trinken möchte … und ich genoss es ohne Ende. Und dann wurde mir folgendes bewusst.

Wir Menschen brauchen die Ablenkung, brauchen Musik, Spaß mit Freunden, Kommunikationsmittel, usw. Aber wir haben die Balance verloren. Wir sind so abhängig davon, dass wir uns ohne sie verloren und einsam fühlen. Und dann sah ich eine Spruch, der für mich die Lösung darstellt: "It`s all about finding the calm in the caos" - DONNA KARAN. Es geht um deine innere Ruhe und Zufriedenheit. Wenn du die gefunden hast, bist du in beiden Welten glücklich. Im Chaos und in der Einsamkeit. Ich bin unendlich dankbar für diese Erkenntnis!

4) The power of now: Nicht nur das Unwetter auf der einsamen Insel, sondern viele weitere Ereignisse auf meiner Reise haben mir gezeigt, wie schwer es ist wirklich im Hier und Jetzt zu sein. Ich habe das Buch "The Power of Now" gelesen und verstanden, ich habe selbst schon über das Leben im Hier und Jetzt geschrieben, aber erst die Menschen in Bali haben mir beigebracht, worauf es ankommt. Es geht darum präsent und wach zu sein, anwesend zu sein, bei dem was ich gerade tue (und das nicht nur körperlich). Denn eines ist gewiss, egal was wir gerade tun, ob wir arbeiten, Sport betreiben, Autofahren, … , gedanklich sind wir immer schon einen Schritt weiter – was koche ich heute Abend, was muss ich noch alles einkaufen, wen muss ich noch anrufen, welche Emails muss ich später noch verschicken, … . Das wichtigste jedoch im Leben ist: Bewusstheit – Wachheit – Aufmerksamkeit – Achtsamkeit – Gegenwärtigkeit und Präsenz!

 

 

Der erste SONNENAUFGANG 2016  ... einfach traumhaft schön

5) The true meaning of Yoga: Yoga Trainerin zu werden, war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Insbesondere Yoga in Bali zu lernen und zu praktizieren, wo es nach alter Tradition unterrichtet wird, war mir besonders wichtig. Ich lernte nicht nur verschiedene Positionen und Atemtechniken, sondern noch viel mehr fürs Leben. Ich erfuhr die wahre Bedeutung von Yoga und wie es andere Bereiche unseres Leben positiv beeinflusst. Yoga ist ein Lebensstil und keine Fitnessstunde! Und jeder der zum Yoga geht nur der Fitness und der Figur wegen, ist eindeutig falsch am Platz!

 

→ Ein Leitspruch in Yoga lautet: "Less is more" - "Weniger ist mehr". Sollten wir meiner Meinung nach auch viel öfters in anderen Lebensbereichen anwenden, z. B. beim Essen, beim Einkaufen, beim Schminken ;-) usw.

 

"Slow down and smell roses" - "Mach langsamer und rieche an den Rosen". Sorry, aber die deutsche Übersetzung wirkt nie so gut und klingt einfach so plump … darum liebe ich die Englische Sprache :-). Was ich damit sagen möchte ist, sei aufmerksam und achte darauf was du tust und was du denkst. Gute Gedanken führen zu guten Handlungen, also denke positiv, optimistisch und dankerfüllt. Deine Gedanken prägen deine Gefühle!

 

Back to simplicity! Zurück zur Einfachheit im Leben! Warum machen wir unser Leben immer so kompliziert anstatt uns einfach mal auf das einfache und ursprüngliche im Leben zu konzentrieren.

 

→ Ich bin schlecht in Yoga gibt es nicht. Jeder kann Yoga praktizieren. Es geht nicht um gut oder schlecht, es geht um einen selbst und darum seinem Körper und Geist etwas gutes zu tun. Yoga ist eine Kunst und Wissenschaft mit dem Ziel, Körper, Geist und Seele zu vereinheitlichen.

 

Im Yoga vergleicht man sich nicht. Keiner sagt, ich bin besser oder schlechter als du. Und genau das sollten wir uns immer vor Augen halten und vor allem auch danach leben. Warum vergleichen wir uns im Leben immer mit anderen und setzten uns selbst dadurch unter Druck. Egal was wir machen, ob es um unser Äußeres oder um die Klamotten geht, die wir tragen, es gibt immer und überall Messwerte. Wenn ich sage, ich jogge gerne, lautet die erste Frage die mir immer gestellt wird – wie viel Kilometer läufst du oder wie schnell läufst du. Meine Antwort "ich laufe und hab Spaß" verblüfft die meisten, aber genau so ist es. Ich laufe so lange es mir gut tut und es mir Spaß macht. Ich bin sehr froh darüber, dass Bali mich dabei unterstützt. Yoga ist ein guter Anfang um mit Vergleichen und Neid Schluss zu machen.

 

 

6) Nichts ist von Dauer: Es ist ja nicht so, als ob ich das nicht immer schon gewusst habe, aber irgendwie ist mir erst hier auf Bali so richtig bewusst geworden, dass ich oft ein Problem damit habe. Immer wenn ich in meinem Leben glücklich war und das Leben gerade so lief, wie ich mir das vorstelle, ging ich davon aus, dass ich am Ziel angekommen bin und so jetzt den Rest meines Lebens verbringen werde. Um so härter hat es mich dann immer getroffen, wenn es nicht so war und sich alles wieder verändert hat. Auch in den letzten Monaten gab es viele Zeiten, in denen ich dachte, oh mein Gott, das Leben ist einfach zu gut um wahr zu sein und ich genoss jede Sekunde. Aber so wie es nun einmal auf Reisen ist, man reist weiter, man verabschiedet sich ständig von lieben Menschen und es ist mir jedes mal so schwer gefallen Abschied zu nehmen. Anstatt glücklich darüber zu sein, dass ich diesen tollen Menschen begegnen und mit ihnen eine wertvolle Zeit in meinem Leben verbringen durfte, war ich einfach nur traurig und dachte, warum müssen wir uns verabschieden??? Ich nahm mir also die Zeit darüber nachzudenken und jetzt weiß ich endlich woran ich arbeiten muss: Ich hänge zu schnell und zu sehr an schönen Situationen und liebevollen Menschen in meinem Leben und will alles und jeden nie wieder loslassen. Ich muss aber akzeptieren, dass alles und jeder sich ständig verändert und nichts, weder die guten noch die schlechten Dinge (das ist die gute Seite an Veränderungen ;-) im Leben, konstant bleiben. So ist das Leben. Tolle Menschen kommen und gehen. Und nur wenn ich eine innere Zufriedenheit besitze, werde ich glücklich sein und damit klar kommen, egal ob jemand in mein Leben tritt oder geht. Denn das Glück liegt in der Zufriedenheit.

 

"Glück ist dein Wesen, dein Charakter. Es ist nicht falsch danach zu streben. Was falsch ist, ist es außerhalb von dir zu suchen, wenn es in dir ist."  Sri Ramana Maharshi

 

7) Obwohl es mein Leben nicht wirklich beeinflusst hat, kann ich euch diese echt witzge Story nicht vorenthalten. Wurde dir auch schon mal dein Handy geklaut? Ja? Aber bestimmt noch niemals von einem Affen. Und das ist kein Scherz! "Mein Telefon wurde mir von einem Affen geklaut". So schnell konnte ich gar nicht schauen, schnappte sich ein frecher Affe im Tempel von Uluwatu mein Handy und weg war er. Zum Glück war die lange Verfolgungstour von sehr hilfsbereiten Menschen erfolgreich und ich bekam mein Handy, zwar beschädigt aber noch funktionstüchtig, wieder zurück. Unvergessliches Erlebnis und eine sehr unterhaltsame Story für jeden Stammtisch und jede Weihnachtsfeier :-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Danke Bali & Lombok für alles was ich gelernt und erlebt habe. Danke an alle lieben Menschen, die ich in den letzten Monaten kennen und lieben lernen durfte, für alle neuen Freundschaften und für alle wunderschönen Momente, die ich mit meinen Freunden teilen oder alleine genießen durfte!

 

 

 

Text & Fotos: Daniela Walser

 

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Mag. Daniela Walser   >   Dipl. Yoga-, Entspannungs & Ernährungstrainerin >   Tel. +43 (0)660 5548099   >   e-mail: danielawalser@hotmail.com

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